peter hakenjos

gepfähltes

Installation mit kleinen Tonskulpturen auf Bau-Eisenstangen und Gedichten in Ton geritzt auf Podest. Die folgenden Gedichte wurden verwendet (aus Gründen des Urheberrechtes nur jeweils die Anfangszeile, es sei denn, der Urheberschutz ist erloschen oder sie stammen von mir)

Den Tod im Tanze enden.
P. Hakenjos (Christus-Figur, s.o., am Sockel eingeritzt)

Ein nicht mehr gelebter Herbst
Ein verlorener Sommer
Sie werden vergangen sein.
P. Hakenjos

Betrachtung der Zeit

Mein sind die Jahre nicht,
Die mir die Zeit genommen;
Mein sind die Jahre nicht,
Die etwa möchten kommen;
Der Augenblick ist mein,
Und nehm ich den in acht
So ist der mein,
Der Jahr und Ewigkeit gemacht.
Andreas Gryphius

Nur zwei Dinge
Durch soviel Formen geschritten,
durch Ich und Wir und Du, ...
Gottfried Benn

Nuestras vidas son los ríos -
que van a dar en la mar,
qu'es el morir
(das Leben sind die Flüsse, die ins Meer münden, welches das Sterben ist)
Coplas de don Jorge Manrique por la muerte de su padre

Caminante
Caminante, son tus huellas
el camino, y nada más; ...
(Wanderer, es sind deine Spuren der Weg, und sonst nichts ...)
Antonio Machado

Produktion

Ton mit einem hohen Schamotte-Anteil (40%) wird zu Figuren geformt. Da die Figuren nicht sehr groß sind und die Schamotte die Spannungen beim Brennen ausgleicht muss die Tonfigur nicht ausgehöhlt werden. Nach dem Formen der Figuri wird ein großes Loch für die spätere Befestigung auf der Stahlstange eingepresst. Das Loch sollte etwas größer sein als der Durchmesser der späteren Stange, da der Ton beim Brennen schwindet. Der Ton wird nach dem Schrühbrand glasiert und als Steinzeug gebrannt (1240 Grad). Brennen lasse ich meine Tonfiguren im Töpferladen in der Nebeniusstraße in Karlsruhe (neben dem Bauhaus). Die gebrannten Figuren werden mit Montagezement auf den Baustahlstangen fixiert. Die Stangen sind ca. 2 m hoch und werden vor der Montage der Skulpturen in den Boden gestoßen. Auch Menschen, die noch nicht mit Ton gearbeitet haben, können die Skulpturen fertigen.

Die Gedichte wurden auf dünnen Tonplatten eingeritzt. In die Ritzen wurde mit einer Spritze farbige Engobe eingefüllt. Die Platten sind fast alle beim Brennen gesprungen. Dies ist kein Problem sondern verleiht der Kachel ihren eigenen Charakter.

Die Podeste sind Leichtbetonsteine von Hebel (keine Fugen!) mit einer quadratischen Grundfläche (24*24 cm). Die Leichtbetonsteine werden mit Dichtschlämme gestrichen und wetterfest gemacht. Gekauft habe ich die Steine beim Baustoffhandel Wertheimer in Baden-Baden.